Georgetown # 2

Nun sind wir schon vier Wochen in Georgetown, fuehlen uns hier recht wohl und in unserer Unterkunft gehen wir schon ab, wenn wir den “normalen” Tagesablauf einmal aendern :O) Anscheinend ist die Travellers Lodge ein sehr beliebter Ort, um immer wieder zurueckzukehren. Teilweise erzaehlen uns Personen, dass sie schon seit 20 Jahren hierher kommen, auch wenn es nur fuer ein paar Tage ist, um die Menschen wiederzusehen.

Karo & Walter

Neben etlichen Stunden vor dem Computer, machen wir Yoga, schlendern durch die Stadt und schwitzen, gehen am Markt einkaufen, gehen duschen, probieren echten, chinesischen, frisch gebruehten Tee und gehen ins Kino, schwitzen weiter, gehen zum Sonntagsgottesdienst in den Hindutempel ums Eck, brausen wiedermal, trinken frisch gepresste Saefte aus dem Plastiksackerl und essen indische Kost vom Papier, schwitzen :O), trinken iced Coffee und machen ab und zu einen Ausflug.

Standseilbahn auf den Penang Hill

Nachdem wir uns um !1Euro! “HARRY POTTER 6″ im Kino angesehen haben, machen wir uns mit dem Bus auf den Weg zur Standseilbahn auf den Penang Hill. Die Fahrt dauert normalerweise eine halbe Stunde, wir brauchen mit der Wartezeit zwei Stunden und vom guten Ausblick auf Georgetown und Umgebung war im wahrsten Sinne des Wortes “keine Sicht”!
Wir wandern durch das kleine Dorf, das sich, wie auch die Standseilbahn um 1900 die Europaeer gebaut haben.

30m lang

Mit dem Bus fahren wir zum 30m langen Sleeping Buddha. Zu unserem Erstaunen finden wir zwei grosse Tempelanlagen vor – einen burmesischen Tempel mit toller Gartenanlage und den Thailaendischen mit dem schlafenden Buddha, inklusive hunderte von wunderschoen verzierten Urnen in Mosaikregalen und hinter Glas.

Urnen hinter dem Sleeping Buddha

Spaetestens seit diesem Besuch wissen wir, wo die ganzen “weissen” Touristen zu finden sind :O)

Karo & Walter

Wir borgen uns einen Scooter und duesen die 78km um die Insel. Auch die Penang Island war 2004 vom Tsunami schwer betroffen, besonders in kleinen Fischerdoerfern blieben teilweise die Ruinen stehen und dahinter wurden neue Haeuser gebaut. Man kann es sich kaum vorstellen, die Leute haben hier so gut wie nichts!

Fischerhuette

Der “schoenste” Strand der Insel – Batu Ferrengi kann nicht annaehernd mit anderen Inseln mithalten, er ist viel zu klein fuer die Megahotelkomplexe und das Wasser ist trueb, da in der Naehe der Industriehafen liegt. In unseren Augen ist die Penang Island kein Geheimtip, wenn man zwei oder drei Wochen zum Relaxen ans Meer fahren will!
Wir bleiben in drei netten, kleine Ortschaften stehen, essen im Restaurant “At the end of the world” zu Mittag und lassen uns ein Zeitl spaeter in einem kleinen Fischerdorf mit suessen, malaysischen Koestlichkeiten verwoehnen.

End of the world

Die Staatsreligion in Malaysien ist der Islam, obwohl, wie schon oefter erwaehnt, sehr viele Kulturen aufeinanderstossen und nebeneinander leben. Die Ostkueste ist sehr streng in ihrer religioesen Sichtweise und man sieht es auch bei Touristen nicht gern, wenn sie locker bekleidet sind. Auf der Westseite, wo wir gerade sind, gibt es keine Probleme. Am Strand hopsen schlanke Maedels in knappen Bikinis, und daneben sitzt eine Mutter vollkommen verhuellt in schwarz und sieht zu, wie sich der Rest der Familie in Badehose und Badeanzug im Wasser abkuehlt.

Badeurlaub?

Seit ein paar Jahren gibt es den sogenannten Burkini. Das ermoeglicht auch muslimischen Frauen, die sich nicht “zur Schau stellen” wollen, baden zu gehen.

Burkini

Wir wuerden gerne wissen, was in den Koepfen solcher Frauen vorgeht!
Beim Nachlesen finde ich das Sprichwort “Unter die Haube kommen”. Es ist auch bei uns nicht allzulange her, da musste eine verheiratete Frau bei Feierlichkeiten und beim Gottesdienst eine “Haube” tragen………um zu zeigen, dass sie nicht mehr zu haben ist!

Unteranderem stosse ich auf Saetze wie: Alles was eine Frau sexy, weiblich und begehrenswert macht, ist verboten, gilt als verpönt und ist unpassend für eine anständige Frau oder, kein Wunder, dass eine “westliche Frau” in ihrem Aufzug ein potentielles Opfer fuer Vergewaltigungen ist.

Auch Yoga ist fuer Muslime strengstens verboten! Wirkt es zu gut oder wie darf man das verstehen?

Uebrigens, schon manchmal auch ein mulmiges Gefuehl, in einem Land zu sein, das ein etwas ‘anderes’ Rechtsverstaendnis hat. Die Tageszeitung hier ist immer voll mit Berichten, wann wieder wer zu wie vielen Peitschenhieben verurteilt wurde (wenigstens darf die Zeitung zumindest kritisch darueber berichten, wie es scheint). Vor kurzem gab es einem Fall, in dem ein malaysischen Model zu Peitschenhieben verurteilt wurde, weil sie in der Oeffentlichkeit Alkohol trank.

Wie immer: Fotos bei Flickr.

Mit dem Moped rund um Penang Island

Das “Moped” hatte uebrigens 150ccm. Wir empfehlen eine gute Versicherung (nicht fuer das Moped, sondern fuer einen selbst). Man kommt sich ein bisserl wie bei einem Autorennspiel auf der X-Box vor …

Georgetown – Penang Island – Malaysia #1

Wir brechen in den Cameron Highlands auf und machen uns auf den Weg nach Georgetown auf der Penang Island, die an der noerdlichen Westkueste Malaysiens liegt. Nach einer fuenf-stuendigen Busfahrt setzen wir mit einer alten Faehre ueber. Das Festland und die Insel sind sogar mittels einer 13,5 km Bruecke verbunden. Georgetown ist die Hauptstadt der ca 285m2 grossen Insel und wird als Weltkulturerbe gefuehrt.

Bei der Ankunft schuettet es wie aus Kuebeln, es ist kein Tuk Tuk oder Taxifahrer dazu zu ueberreden, sich zu seinem fahrbaren Untersatz zu bewegen und uns in unsere Unterkunft zu bringen. Also, wir gehen zu Fuss!
Wir wohnen in einer Hotel in George Town: 75 Travellers' Lodgenetten Unterkunft, mitten in der Stadt, aber trotzdem relativ ruhig. Bis jetzt sind wir von Bed Bugs verschont geblieben, Mosquitos haben durch das Netz am Fenster keine Chance, dafuer flitzen im Sanitaerbereich die Gekkos herum.

Little India

Little India und China Town sind nur ein paar Strassen weiter, Maerkte, Standln und Shops liegen ums Eck und auch all die anderen sehenswerten Dinge sind gut zu Fuss erreichbar.

China Town

Mit dem Bus fahren wir nach Air Itam und besichtigen den Kek-Lok-Si-Tempel, der 1890 in 20-jaehriger Bauzeit erbaut wurde. Und auch heute noch ist durch staendige Erweiterungen kein Baustillstand in Sicht. Der Name des Tempels lässt sich mit “Tempel des Höchsten Glücks” übersetzen. Man kennt ihn auch unter dem Namen “Tempel der 10.000 Buddhas”. Er gilt als der größte buddhistische Tempel Malaysiens und wir finden, man sollte eher von einer Tempelanlage sprechen!

Kek-Lok-Si-Tempel

Die Gebaeude sind den Hang hinaufgebaut und bieten einen wunderbaren Blick auf den Stadtteil und das Meer. Wir spazieren herum, zuenden Kerzerl an und lassen Wuensche dort, opfern dem Buddha eine Lotusblume, beschreiben einen Dachziegel mit unseren Gedanken und finden unser chinesisches Tierkreiszeichen heraus. Die “Kuan Yin”, eine 30 m hohe Bronzestatue bekommt gerade eine neue Dachkonstruktion als Schutz.
Entsetzt sind wir ueber den Liberation Pond, einen Teich, in dem Massen an Schildkröten gehalten werden. Spaeter lesen wir darueber, dass der Tempel sich damit das eigene Karma aufbessern will.

Sonntagsgottesdienst

Am Sonntag besuchen wir den Gottesdienst in einem Hindutempel. Wir sitzen, wie die meisten am Boden, hoeren den Gesaengen zu und manche Mantras kommen uns sogar bekannt vor. Nach der Festlichkeit sind wir zum traditionellen, indischen Mittagessen eingeladen – dort kann jeden Sonntag kommen wer mag und Hunger hat. Die Menschen sind sehr freundlich und zuvorkommend und wir sind nicht die einzigen Europaeer.

Tuk Tuk Fahrt

Auch eine Tuk Tuk Fahrt “leisten” wir uns. Wir fahren in der Daemmerung eine Stunde durch die Stadt, durch einsame Gaesslein, vorbei an Moscheen, aber auch christlichen Kirchen, durch Little India und machen Halt in einem alten Dorf von Georgetown, das komplett auf Pfaehlern gebaut ist, und wie Venedig ueber dem Wasser “schwebt”. Schaut euch am besten das Video an!

Alles faehrt Motorrad – Alt und Jung, mit und ohne Helm oder auch nur ein aufgesetzter “Topf”, allein, aber auch zu viert, Kinder stehen generell vor den Eltern und halten sich am Lenker fest, es wird telefoniert, aber auch mit Kruecken gefahren………der Leispruch lautet: Wer bremst, verliert! Fuer uns unvorstellbare Dinge werden mit den motorisierten Zweiraedern transportiert – Riesenkoerbe mit Inhalt, Staubsauger, gleich mehrere Riesengasflaschen, Berge an gefalteten Kartons, teilweise ist das Fahrzeug das Bussiness – z.B. Essstandl……….

Seit der Kollonialisierung spukt in den Koepfen der Asiaten, so aussehen zu wollen, wie wir Europaeer, um angenommen zu werden. Es ist unglaublich, was wir alles zu sehen bekommen: Whitening-Hautcremes, Spangen zum Augen und Mund vergroessern, sehr viele Menschen laufen, um ihre “noble Blaesse” zu behalten mit einem “Regenschirm” herum und wie auch bei uns werden hier Schoenheitsoperationen zwecks der asiatischen Merkmale angeboten. Bei uns ist es umgekehrt, jeder will braun werden. Die Kosmetikindustrie freut sich, weil auf beiden Erdseiten niemand zufrieden ist und sie uns das Entsprechende verkaufen kann.